16.01.2026, Medienmitteilung

Neuigkeiten aus der Zuger Archäologie und Bauforschung – öffentlicher Vortrag

Neues zum römischen Monumentalbau im Äbnetwald und mittelalterlicher Hühnerdreck in der Altstadt von Zug: Das Amt für Denkmalpflege und Archäologie blickt auf ein spannendes Archäologie-Jahr 2025 zurück. Fachpersonen präsentieren die Höhepunkte am Sonntag, 25. Januar 2026, 15.00 Uhr an der Hofstrasse 22 in Zug.

Archäologische Ausgrabungen und Untersuchungen im Rahmen von Bauprojekten bringen immer wieder besondere Zeugnisse aus der Vergangenheit zutage. Die wichtigsten und spannendsten Entdeckungen aus dem Jahr 2025 präsentiert das Amt für Denkmalpflege und Archäologie an einem öffentlichen Vortrag am 25. Januar. Die Vortragsreihe besteht seit mehr als 20 Jahren und erfreut sich grosser Beliebtheit. Dank Hintergrundwissen, Bildmaterial und originalen Fundstücken erhält das Publikum nicht nur Einblicke in die Geschichte des Kantons Zug, sondern lernt auch die Arbeit der Fachpersonen des Amts für Denkmalpflege und Archäologie näher kennen.

Römisches Gold von der Baarburg und weitere Highlights

Im Zentrum der Veranstaltung stehen einmal mehr besondere Funde aus verschiedenen Regionen des Kantons. So entdeckte ein Sondengänger auf der Baarburg einen römischen Ohrringanhänger aus Gold sowie eine nicht sicher datierbare Gesichtsdarstellung aus Bronze. Die Suche mit einem Metalldetektor, das sogenannte Sondeln, ist bewilligungspflichtig und kann – korrekt durchgeführt – einen wichtigen Beitrag zur archäologischen Forschung leisten.

Ein besonderer Höhepunkt des Jahres 2025 war der Abschluss der Ausgrabungen des römischen Monumentalbaus, der 2023 im Kiesabbaugebiet Äbnetwald bei Cham-Oberwil entdeckt worden war. Das Bauwerk konnte nun in seinem ganzen Ausmass dokumentiert werden. Auch die laufenden Auswertungen zu den Rettungsgrabungen in Risch-Oberrisch und zum UNESCO-Welterbe Zug Riedmatt liefern weitere spannende Resultate.

In der Bauforschung wurden neue Methoden der digitalen Dokumentation archäologischer Fundstellen erfolgreich erprobt. Bei einer Ausgrabung im Haus Ober Altstadt 14 konnten vielversprechende Erdproben geborgen werden, die Auskunft über das Leben und Wohnen in der Stadt Zug im 13. Jahrhundert geben können und unerwartete Details zutage förderten: In den Proben konnte mittelalterlicher Hühnerdreck nachgewiesen werden. Laufende Auswertungen liefern neue Erkenntnisse zur Ausstattung des mittelalterlichen Hauses an der Grabenstrasse 46 in Zug und zu einem aussergewöhnlichen keramischen Fundensemble aus dem 17. Jahrhundert aus der Zuger Vorstadt.

Im Zugersee werden aktuell letzte materielle Zeugnisse der Vorstadtkatastrophe von 1887 dokumentiert. Eine weitere bemerkenswerte Entdeckung ist eine Tapete aus englischer Produktion in Hünenberg, die neue Fragen aufwirft und zugleich den bereits beachtlichen Bestand der seit den 1970er Jahren angelegten Tapetensammlung des Amts erweitert.

Das Amt für Denkmalpflege und Archäologie freut sich, Sie am traditionellen Jahresrückblick zu begrüssen. Im Anschluss an den Vortrag besteht die Gelegenheit, ausgewählte Fundstücke im Original zu bestaunen und mit den Fachleuten ins Gespräch zu kommen.

Öffentlicher Vortrag – Neues aus Archäologie und Bauforschung

Datum: Sonntag, 25. Januar 2026, 15.00 Uhr
Veranstaltungsort: Aula des Wilhelm-Gebäudes, Hofstrasse 20/22, 6300 Zug (vis-à-vis Museum für Urgeschichte(n))
Referierende: Anette JeanRichard, Leiterin Abteilung Bauforschung und Mittelalterarchäologie; Gishan F. Schaeren, Leiter Abteilung Ur- und frühgeschichtliche Archäologie. Begrüssung durch Karin Artho, Leiterin Amt für Denkmalpflege und Archäologie
Eintritt:
frei​​​​​​

Über das Amt für Denkmalpflege und Archäologie

Das Amt für Denkmalpflege und Archäologie ist verantwortlich für Erhalt, Pflege, Erforschung und Dokumentation des archäologischen und bauhistorischen Erbes des Kantons Zug.

Bilder und Bildlegenden

Kostenlose Publikation unter Einhaltung von Copyright / Angabe Name und Vorname

Abb. 1_Cham Aebnetwald Grundriss Mauern

Bild 1: Cham, Kiesabbaugebiet Äbnetwald. Blick auf die nun vollständig freigelegten Mauern des römischen Grossbaus. (Foto: ADA ZG, David Jecker)

Abb. 2_Keramische Schüsseln

Bild 2: Ensemble keramischer Schüsseln des 17. Jahrhunderts. Ein laufendes Auswertungsprojekt beschäftigt sich mit den Funden aus einem verlandeten und mit keramischen Objekten aufgefüllten Kanal in der Zuger Vorstadt. (Foto: ADA ZG, Dominique Batschelet)

Abb. 3_Baarburg

Bild 3: Baar, Baarburg. Römischer Ohrringanhänger aus Gold, Henkelattasche mit Maskendarstellung aus Bronze. (Foto: ADA ZG, Dominique Batschelet)

Kontakt

Anette JeanRichard

Leiterin Abteilung Bauforschung und Mittelalterarchäologie
Direktion des Innern

+41 41 728 28 58 anette.jeanrichard@zg.ch