29.06.2026, Medienmitteilung
Kanton Zug setzt zentrale Massnahmen zur Stärkung des Kindes- und Erwachsenenschutzes um
Der Regierungsrat des Kantons Zug hat Armin Camenzind per 1. Januar 2027 zum neuen Leiter des Amts für Kindes- und Erwachsenenschutz gewählt. Gleichzeitig setzt die Direktion des Innern zentrale Empfehlungen aus der externen Betriebs- und Organisationsanalyse um. Im Zentrum stehen die Stärkung der Führungsorganisation, eine neue Aufbauorganisation, sowie der Abbau pendent gebliebener Fälle. Damit schafft der Kanton wichtige Voraussetzungen für die nachhaltige Weiterentwicklung des Amts.
Im Februar 2026 informierte die Direktion des Innern über die Ergebnisse der externen Analyse im Amt für Kindes- und Erwachsenenschutz und den daraus abgeleiteten Massnahmenplan (vgl. Medienmitteilung vom 24. Februar 2026). Seither wurden zentrale Massnahmen umgesetzt oder eingeleitet. Nun stehen die nächsten Schritte fest. Sämtliche Anpassungen erfolgen innerhalb des gesetzlichen Rahmens.
Armin Camenzind wird neuer Leiter des Amts für Kindes- und Erwachsenenschutz
Der Regierungsrat des Kantons Zug hat Armin Camenzind zum neuen Leiter des Amts für Kindes- und Erwachsenenschutz (KES) und Präsidenten der KESB gewählt. Er tritt die Stelle per 1. Januar 2027 an und übernimmt die Nachfolge von Mario Häfliger, der im kommenden Jahr ordentlich pensioniert wird.
Armin Camenzind überzeugte im Auswahlverfahren insbesondere mit seiner ausgewiesenen Führungserfahrung, seinen vertieften Kenntnissen der öffentlichen Verwaltung sowie seiner Kommunikationsstärke im Umgang mit unterschiedlichen Anspruchsgruppen. Gerade an der Nahtstelle von Politik, Verwaltung, Öffentlichkeit und Medien erachtet der Regierungsrat diese Fähigkeiten für die weitere Entwicklung des Amts als zentral. Der 44-jährige Luzerner verfügt über langjährige Erfahrung in der öffentlichen Verwaltung sowie in Krisenorganisationen. Als ehemaliger Geschäftsführer des Gemeindeverbandes LuzernPlus, Bataillonskommandant der Zivilschutzorganisation EMME und Mitglied des Kantonalen Führungsstabes Luzern war er in unterschiedlichen Führungs- und Koordinationsfunktionen tätig.
Das Amt für Kindes- und Erwachsenenschutz befindet sich aktuell in einem anspruchsvollen Weiterentwicklungsprozess. Die externe Analyse hatte aufgezeigt, dass innerhalb der Organisation eine hohe fachliche Expertise und grosses Erfahrungswissen vorhanden ist. Der künftigen Leitung kommt die Aufgabe zu, die Führung des Amts zu stärken, die Organisation strategisch weiterzuentwickeln, die Zusammenarbeit innerhalb und ausserhalb des Amts zu fördern sowie Vertrauen und Orientierung nach innen und aussen zu vermitteln. Dazu gehört auch die Begleitung der anstehenden Gesetzesrevision.
Andreas Hostettler, Landammann und Direktor des Innern, zur Wahl: «Mit Armin Camenzind übernimmt eine erfahrene Führungspersönlichkeit die Leitung des Amts für Kindes- und Erwachsenenschutz. Das Amt erfüllt einen gesellschaftlich wichtigen und anspruchsvollen Auftrag gegenüber schutzbedürftigen Menschen. Der Regierungsrat ist überzeugt, dass Armin Camenzind die Weiterentwicklung des Amts gemeinsam mit den Mitarbeitenden mit Ruhe, Stabilität und klarer Führung erfolgreich gestalten wird.»
Die Einarbeitung und Übergabe werden frühzeitig vorbereitet. Armin Camenzind wird die Stelle per 1. Januar 2027 antreten und während einer Übergangsphase eng mit dem amtierenden Amtsleiter Mario Häfliger zusammenarbeiten, der die Leitung Ende Februar 2027 abgeben wird. Mario Häfliger wird anschliessend während einer befristeten Übergangsphase bis Ende Juli 2027 das Amt als Vizepräsident der KESB weiterhin unterstützen, um die Übergabe sowie die Kontinuität zu gewährleisten. Der Regierungsrat dankt Mario Häfliger für sein langjähriges, fachkundiges und wertvolles Engagement zugunsten des Kantons Zug und des Kindes- und Erwachsenenschutzes.
Neue Aufbauorganisation
Die neue Aufbauorganisation des Amts für Kindes- und Erwachsenenschutz tritt per 1. März 2027 in Kraft. Sie schafft klarere Zuständigkeiten, stärkt die Führungsstrukturen und verbessert die organisatorischen Voraussetzungen für eine effiziente und verlässliche Aufgabenerfüllung. So wird die zweite Führungsebene von fünf auf drei Abteilungen reduziert. Der neu geschaffenen Abteilung KESB+ werden künftig auch der Rechtsdienst und der Abklärungsdienst angehören. Damit wird eine weitere zentrale Empfehlung der externen Analyse umgesetzt. Dabei wird sichergestellt, dass die organisatorischen Anpassungen den gesetzlichen Rahmenbedingungen entsprechen.
Mit der neuen Aufbauorganisation werden die Führungsstrukturen des Amts gezielt weiterentwickelt. Gleichzeitig wird das Vizepräsidium gestärkt und übernimmt zusätzliche Aufgaben innerhalb der Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde. Dadurch werden Führungsorganisation und Kontinuität gestärkt und gleichzeitig zentrale Empfehlungen der externen Betriebs- und Organisationsanalyse umgesetzt. Ausserdem bildet die neue Organisation die Grundlage für weitere Prozessoptimierungen. Dabei stehen die Sicherung der bereits vorhandenen fachlichen Expertise, die nachhaltige Entlastung der Organisation und die langfristige Stärkung ihrer Handlungsfähigkeit stets im Vordergrund.
Abbau der zurückgestellten Meldungen und Anträge
Seit Anfang Jahr konnte die Zahl der offenen Fälle auf rund 30 reduziert werden. Dies stellt einen wichtigen Fortschritt bei der Bearbeitung der zurückgestellten Meldungen und Anträge dar. Ermöglicht wurde diese Entwicklung durch die Besetzung der bewilligten neuen Stellen und organisatorische Massnahmen. Das Ziel ist nun, die erreichte Entlastung nachhaltig zu sichern und die Fallbearbeitung weiter zu verbessern, um eine effiziente und zeitnahe Aufgabenerfüllung im Interesse der betroffenen Personen sicherstellen zu können.
Veränderungsprozess wird konsequent weitergeführt
Die bisher umgesetzten Massnahmen zeigen Wirkung. Gleichzeitig bleibt die Weiterentwicklung des Amts eine zentrale Aufgabe. In den kommenden Monaten stehen weitere Schritte an, darunter die Optimierung zentraler Prozesse, der Aufbau eines systematischen Wissensmanagements, die Stärkung der Kommunikation sowie die Überprüfung und Aktualisierung der rechtlichen Grundlagen. Der externe Zusatzbericht betreffend das Mandatszentrum wird in den kommenden Wochen erwartet. Sobald dieser vorliegt, wird die Direktion des Innern die darin enthaltenen Empfehlungen prüfen und den bestehenden Massnahmenplan entsprechend anpassen.
«Die bisherigen Fortschritte zeigen, dass die eingeleiteten Massnahmen Wirkung entfalten. Mit der neuen Aufbauorganisation, dem Abbau der pendenten Fälle, der Weiterentwicklung der Führungsstrukturen und der Überprüfung der rechtlichen Grundlagen im Rahmen der laufenden Gesetzesrevision werden wichtige Voraussetzungen für die nachhaltige Weiterentwicklung des Amts geschaffen. Damit setzen wir zentrale Empfehlungen aus der externen Analyse um, ohne die bestehende gesetzliche Struktur zu verändern. Die umfassende Überprüfung der rechtlichen Grundlagen erfolgt im Rahmen der laufenden Gesetzesrevision und damit im ordentlichen politischen Prozess», sagt Landammann Andreas Hostettler, Vorsteher der Direktion des Innern.
Die Direktion des Innern begleitet den Umsetzungsprozess eng und wird die Wirkung der eingeleiteten Massnahmen regelmässig überprüfen. Über den Stand der Umsetzung sowie über die weiteren Schritte der Gesetzesrevision wird regelmässig informiert. Die nächste Kommunikation erfolgt spätestens im Herbst dieses Jahres.
